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Deutz-Fahr Traktorenwerk eröffnet

SDF hat rund 90 Mio. Euro in den Ausbau des Standorts Lauingen (D) investiert. Dort ist Rainer Morgenstern Sprecher der Geschäftsführung und verantwortlich für das Europa-Geschäft von SDF. Wir sprachen mit ihm über den Werksausbau und die künftige Ausrichtung des Unternehmens.


Deutz-Fahr hat knapp 90 Mio. Euro in das neue Montagewerk und Besucherzentrum in Lauingen investiert.
Deutz-Fahr hat knapp 90 Mio. Euro in das neue Montagewerk und Besucherzentrum in Lauingen investiert.

Die SDF Group hat Anfang April den langjährigen Lizenzvertrag über die von der Kverneland Group hergestellten Futtererntemaschinen der Marke Deutz-Fahr gekündigt. Wie geht es weiter?
Rainer Morgenstern: Wir sind und bleiben die Spezialisten für Traktoren und Mähdrescher. Unseren Händlern wollen wir die Möglichkeit bieten, jene Anbaugeräte im Sortiment zu führen, die für ihre Region, für ihre Kunden passen. Wir wollen unsere Vertriebspartner stärken und nicht schwächen, indem wir ihnen vorschreiben, welche Produktpalette sie zu verkaufen haben.

Heute bewegen sich jedoch viele Hersteller in Richtung Full-Liner ...
... ich glaube aber nicht, dass eine solche Strategie erfolgreich sein kann. Jedenfalls kenne ich keinen Hersteller, der in Europa damit wirklich Erfolg gehabt
hat. Die Frage ist doch: Ist ein Full-Liner in der Lage, überall der Beste zu sein? Der Landwirt der Zukunft, und insbesondere der professionelle Landwirt in Europa, will doch von jedem Gerätetyp die nach seiner Ansicht beste Maschine haben. Das Gleiche gilt auch für den Landmaschinenhandel, der starke Marken, starke Produkte von Spezialisten in den einzelnen Bereichen braucht.

Rainer Morgenstern: „Ich kenne keinen Hersteller, der in Europa mit einer Full-Liner-Strategie wirklich Erfolg gehabt hat.“
Rainer Morgenstern: „Ich kenne keinen Hersteller, der in Europa mit einer Full-Liner-Strategie wirklich Erfolg gehabt hat.“

Glauben Sie, dass Sie Ihre Position im Handel – ohne Anbaugeräte und mit engem Produktportfolio langfristig halten können?
Ja. Wir, gemeinsam mit den Spezialisten der Anbaugeräte, das ist aus meiner Sicht die gute Kombination im Landmaschinenhandel. Unser Wachstum gegen den allgemeinen Trend ist Beweis genug, dass unsere Strategie so schlecht nicht sein kann.

Vor drei Jahren hat SDF den Startschuss für das Deutz-Fahr-Land, dem Ausbau des Standorts Lauingen mit neuem Produktionswerk und neuem Besucherzentrum gegeben. Wo stehen Sie heute?
Wir haben diese Arbeiten abgeschlossen und haben das Deutz-Fahr-Land, bestehend aus neuem Traktorenwerk sowie dem Besucher- und Schulungszentrum, der sogenannten Deutz-Fahr-Arena, dieser Tage offiziell eingeweiht. Insgesamt wurden für diesen Ausbau rund 90 Mio. Euro investiert.

Seit wann läuft die Produktion im neuen Traktorenwerk?
Nach dem Umzug zwischen Weihnachten und Neujahr sowie einigen Anpassungsarbeiten läuft das neue Produktionswerk nun seit dem 23. Januar 2017. Das bisherige Werk bleibt als Zuliefererwerk für Kabinen bestehen.

Welche Baureihen werden derzeit im neuen Werk gefertigt?
Derzeit werden die Traktoren ab 130 PS für alle Marken von SDF in Lauingen gefertigt, das heißt, die Serien 6, 7 und 9 für Deutz-Fahr und die entsprechenden Baureihen Spark sowie Mach von Lamborghini.

Welche Vorteile ergeben sich durch die Inbetriebnahme des neuen Werks?
Die neue Fabrik bietet einmal die Möglichkeit, sämtliche Produktionsabläufe effizienter zu gestalten und dabei modernste Produktionsverfahren einsetzen zu können. Zur Effizienz gehört weiter der geringere Energieverbrauch und generell eine reduzierte Umweltbelastung. Zudem möchte ich die Qualitätssteigerung erwähnen. Wir haben in diesem Zusammenhang auch neue Tests für Hydraulik- und Elektronik- Komponenten oder bei der Lackierung, die einem Salzsprühtest von 720 Stunden unterzogen wurde, eingeführt. Weiters lassen wir heute den Motor bereits vor der Lackierung ein erstes Mal starten. Zudem wurden ein neuer Rollen-, Bremsen- und Pendelprüfstand sowie ein Lichttunnel in Betrieb genommen. Eine neue Hochgeschwindigkeitsteststrecke (60 km/h) rundet das Ganze ab.

Das Gespräch mit Rainer Morgenstern führte Dr. Roman Engeler von der Schweizer Landtechnik. Das ganze Interview lesen Sie in der LANDWIRT Ausgabe 10/2017.

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